Nov 16

Mein Eindruck

Dieses Fachbuch bekam ich auf der Buchmesse Leipzig 2008 in die Hand gedrückt. “Wiki”, “Wissensmanagement”, “Bilanzen” waren einige der Stichworte die mir Vorort um die Nase flogen; aber was soll das Ganze denn nun bedeuten? Die Lektüre des Buches zur Ergründung dieser Fragestellung schob ich immer wieder auf die lange Bank. Verborgte es erst an den einen, dann nächsten. Letztlich zog ich dann aber einen Auftrag an Land, der sich rundum Wissensmanagement dreht. Ergo bot sich eine intensives Studiums des Buches an. Auf vielen Seiten stellt der Autor die Aktivitäten seiner Unternehmung auf dem Feld des Wissensmanagement dar. Er klärt über die berechtigte Wichtigkeit auf im Kontext von Wissenökonomie und -gesellschaft auf. Reinisch zitiert gar den großen Managementvordenker Peter Drucker mit nachstehenden Worten: “In den entwickelten Ländern stehen die Manager vor der großen Herausforderung, die Produktivität der Wissens- und Dienstleistungsarbeiter zu steigern. Diese Herausforderung wird die Managementagenda für die nächsten Jahrzehnte dominieren und letztlich entscheiden. Mehr noch, sie wird die Struktur unserer Gesellschaft und die Lebensqualität aller industrialisierten Nationen bestimmen.” (Reinisch 2007, S. 52)

Das ist alles schön und gut; aber wie und mit welchen Mitteln kann den nun ein Unternehmer das Wissen bilanzieren und in seinem Jahresbericht ausweisen? In einem Exkurs stellt Reinisch diverse Methoden zu Wissenswertberechnung vor. Darüber hinaus erwähnt er den Einsatz einer Balance Score Card und Intellectual Capital Report in der Reinisch AG. Es fallen Begriffe wie Wissensmanagement2.0 und Unternehmenskultur.

Eine genaue und detaillierte Anweisung zum Bilanzieren von Expertise vermisse ich – dabei fragt Reinisch selbst “Wie lässt sich das ‘unsichtbare Vermögen’ bewerten?” Das Buch bleibt m.E. hinter den vom Klapentext geschürten Erwartungen zurück. Der Leser findet mit der Lektüre des Buches sicher einen EInstieg in die Thematik, aber weiterer Recherchbedarf zur Erstellung der eigenen Wissensbilanz ist definitiv noch nötig!

Zum Inhalt

Soll oder Haben? Wie man das »unsichtbare Vermögen« bewertet, organisiert und strategisch steuert.
Längst ist erwiesen, dass der Erfolg eines Unternehmens und einer Nation weniger von Warenlagern, Maschinen oder Finanzkapital abhängt, als von unsichtbarem Kapital: Know-how, Talent, Motivation,
Kundenbeziehungen, Unternehmenskultur und Innovativkraft. Umso verwunderlicher, dass diese immateriellen Vermögenswerte weder in Bilanzen noch im Bruttoinlandsprodukt auftauchen. Franz Reinisch zeigt auf, wo in Firma und Staat verborgenes Wissen sichtbar gemacht werden kann und wie man Wissensverluste vermeidet. Als einer der Ersten bilanziert der Autor das intellektuelle Vermögen seines mittelständischen Unternehmens regelmäßig – und steigert so den Unternehmenserfolg. Sein Fazit: Wissensbilanzen sind der stärkste strategische Hebel, den Führungskräfte heute ansetzen können!

Über den Autor
Franz Reinisch ist Dipl.-Ingenieur und CEO der reinisch AG aus Karlsruhe. Reinisch wurde 1991 als Dienstleister für Technische Dokumentation gegründet. Heute besteht die Gesellschaft aus zehn inländischen und acht ausländischen Geschäftsstellen und beschäftigt 400 Mitarbeiter. Franz Reinisch wurde vielfach ausgezeichnet.

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